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Gelnhäuser Tageblatt, 03.05.2010

9. Kinzigtal-Triathlon: Bracht sprengt Streckenrekord
Europameister gewinnt überlegen - Tim Stutzer aus Bad Orb wird Sechster - 256 Starter

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GELNHAUSEN (maw). Triathlon-Europameister Timo Bracht hat die 9. Auflage des „Kinzigtal Triathlons“ in Gelnhausen gewonnen. Mit einer Zeit von 00:55:53 Stunden unterbot er den Streckenrekord von Vorjahressieger Sven Bartels, der im vergangenen Jahr erstmals mit einer Zeit unter einer Stunde durchs Ziel gegangen war. Timo Bracht ließ den Athleten vom Bundesligateam der TuS Griesheim keine Chance auf den Sieg.
Sebastian Dehmer, der Zweitplatzierte, brauchte 00:56:38 Stunden für die 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufstrecke. Auf den Rängen drei und vier folgten seine Teamkollegen Thomas John (00:56:58) und Paul Schuster (00:57:17). Damit unterschritten vier Athleten die Marke von einer Stunde und belegten das gestiegene Niveau des Wettbewerbs. Bester heimischer Starter war Tim Stutzer vom Team Spessartchallenge, der den sechsten Platz mit einer Zeit von 01:00:48 Stunden belegte. Dabei erreichte er die zweitbeste Radfahrzeit, hielt aber auf der abschließenden Laufstrecke sein Tempo nicht und fiel auf Rang sechs zurück. Dennoch kann der Bad Orber mit seinem Ergebnis zufrieden sein, denn er unterbot seine Vorjahreszeit um eine Minute und verbesserte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr, als er Neunter wurde, um drei Plätze. Bei den Frauen siegte Martina Maul (01:04:15) vom VfL Münster vor der Griesheimerin Leonie Poetsch (01:04:52) und Kati Rudolph (01:08:21) von der MTG Mannheim. Beste heimische Starterin war die Juniorin Eva Hamm vom ausrichtenden Schwimmverein Gelnhausen mit einer Zeit von 01:14:25 Stunden.
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Zum neunten Mal hatte die Triathlonabteilung des Gelnhäuser Schwimmvereins in und um das Barbarossabad geladen, um mit einem Sprintwettbewerb die Triathlonsaison einzuläuten. Welchen Stellenwert der Wettkampf mittlerweile in der Szene besitzt, zeigte die Anmeldung von Timo Bracht und weiteren bekannten Athleten, wie den Sportlern der Tus Griesheim, die in der Triathlon-Bundesliga an den Start gehen.
Europameister Timo Bracht ließ zu keinem Zeitpunkt des Rennens Zweifel daran aufkommen, dass er diesen Wettbewerb gewinnen wird. Zwar lag er nach dem Schwimmen noch knapp mit 16 Sekunden hinter dem späteren Zweitplatzierten Sebastian Dehmer, doch bereits nach der Radstrecke betrug sein Vorsprung fast drei Minuten. Timo Bracht konnte es sich sogar leisten, beim abschließenden Laufen noch eine knappe Minute langsamer zu sein als der Bundesligastarter aus Griesheim, am Ende reichte sein Vorsprung für einen ungefährdeten Sieg mit Streckenrekord.
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Bei den ältesten Teilnehmern konnte Kalli Flach, „Urgestein“ der heimischen Ausdauersportszene, seinen Vorjahressieg nicht wiederholen. Der 72-jährige Athlet musste sich dem gleichaltrigen Wolfgang Arnold vom EOSC Offenbach geschlagen geben. Insgesamt 256 Starterinnen und Starter machten sich auf die Strecke. Der flache und wenig selektive Kurs ist gerade bei Hobby-Triathleten beliebt und so war es keine Überraschung, dass bereits wenige Minuten nach Öffnung der Einschreibelisten im Internet das Feld bereits komplett war.


Gelnhäuser Neue Zeitung, 03.05.2010

„Ich war nervös wie vor dem Ironman“
Triathlon-Weltstar Timo Bracht überragend / Martina Maul die schnellste Frau
Von Tobias Korn

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Gelnhausen. Einen Tag vor der neunten Auflage des Kinzigtal-Triathlons in Gelnhausen hat es der amtierende Ironman-Europameister Timo Bracht (34) ruhig angehen lassen und „nur“ sechs Stunden trainiert: „Ob Hawaii oder Kinzigtal – ich nehme jeden Wettkampf ernst und war hier genauso nervös wie bei einem Ironman“, sagte der ehrgeizige Ausnahmespottler. Zwar siegte Bracht in der erwarteten Rekordzeit von 55:53 Minuten über die Sprintdistanz, doch ein Selbstläufer war das Rennen für ihn nicht.
Dem Langstrecken-Weltstar stets dicht auf den Fersen waren drei Starter des Erstligisten TuS Griesheim. Der Beste des Trios war der ehemalige Triathlon-Juniorenweltmeister Sebastian Dehmer, der sowohl im Schwimmen über 500 Meter (6:05 Minuten) als auch beim Fünf-Kilometer-Lauf (15:13 Minuten) der Schnellste war. Doch auf dem Rad hatten er und seine Teamkollegen gegen Bracht keine Chance. Der Sieger des Ironman Frankfurt spulte die 20 Kilometer in 31:43 Minuten ab und war damit 134 Sekunden schneller als die Konkurrenz: „Erst auf dem Rad konnte ich meine Langstrecken-Erfahrung voll ausspielen. Trotzdem war es auch für mich ein anspruchsvolles Rennen“, urteilte Bracht, der zugleich versprach, im nächsten Jahr wiederzukommen – wenn es der Zeitplan zulässt. Nachdem Bracht aufgrund einer Augenentzündung seine Teilnahme in Lissabon vor zwei Wochen absagen musste, bildete der Kinzigtal-Triathlon zugleich den offiziellen Saisonauftakt des 34-Jährigen: „Es hat sich für mich gelohnt. Die Organisation war sehr gut und ich werde diesen Wettkampf weiterempfehlen.“
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Selbst ohne den Weltstar und die Erstligisten aus Griesheim war die neunte Auflage des Kinzigtal-Triathlons mit Ausdauersportlern aus der Region hochkarätig besetzt. Den fünften Platz holte der für den SSC Hauau-Rodenbach startende Thomas Bruzdiak aus Maintal mit einer Zeit von 1:00:30 Stunden.
Tim Stutzer bester Lokalmatador Der beste Triathlet aus dem Sportkreis Gelnhausen war Tim Stutzer vom Team Spessartchallenge. Er passierte die Ziellinie nach 1:00:48 Stunden als Sechster: „Ich bin sehr zufrieden. Aber ich muss mich in den Wechselzonen einfach schneller umziehen. Da habe ich wertvolle Sekunden verbummelt“, bilanzierte der Bad Orber. Eine bemerkenswerte Leistung bot Stutzer nach dem Schwimmen mit der zweitbesten Radzeit (32:44 Minuten).
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Die schnellste Frau in Gelnhausen war Martina Maul vom VfL Münster. Mit ihrer Zeit von 1:04:15 Stunden lag sie am Ende 37 Sekunden vor der Griesheimerin Leonie Poetsch. Als beste heimische Athletin belegte die junge Eva Hamm (1:14:25 Stunden) vom Ausrichter SV Gelnhausen in der Endabrechnung Platz 107 von 233. Bemerkenswert: Im Vergleich zu ihrem Start 2008 verbesserte sich Hamm um fast fünf Minuten.
Keine Chance, die eigene Bestzeit zu unterbieten, hatte hingegen Sven Barrels vom Triathlonteam Wetterau. Der Sieger der vergangenen drei Jahre und mit einer Zeit von 59:05 Minuten ehemaliger Streckenrekordhalter verzichtete zugunsren eines Duathlons in Oberursel einen Tag zuvor auf die Teilnahme in Gelnhausen. Seine aktuelle Bestzeit vorausgesetzt hätte es für ihn bei der neunten Auflage ohnehin nur zu Platz fünf gereicht. Allein diese Tatsache spricht für die neue Qualität des Kinzigtal-Triathlons, der bereits zwei (!) Minuten nach Freischaltung des Anmeldezeitraums komplett ausgebucht war.


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